Vielfalt im Fokus

Mit der Kampagne #InclusiveResearchGermany hat das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) New York die Diskussion um Diversität und Diskriminierung aufgegriffen.

Nachdem der Afroamerikaner George Floyd im Mai 2020 bei einer Festnahme in Minneapolis gewaltsam zu Tode gekommen war, gingen in den USA landesweit Menschen auf die Straße und protestierten unter dem Motto „Black Lives Matter“ gegen Rassismus. In der Wissenschaft und an den Hochschulen in den USA löste dies eine breite Debatte über Rassismus in der Gesellschaft aus, bis zu der Frage, wie Benachteiligung und strukturelle Diskriminierung überwunden werden können.

Jarred Johnson, der Kommunikationsbeauftragte des DWIH New York, stellte unter der Fragestellung „Was bedeutet das für unsere Arbeit?“ heraus, dass auch bei den Aktivitäten des DWIH New York Black and Hispanic Americans und andere ethnische Minderheiten oder Menschen aus der LBGTQ-Community bislang wenig vertreten waren – beispielsweise als Vortragende bei Veranstaltungen oder als Interviewpartner im Newsletter. „Wir haben uns deshalb entschlossen: Wir wollen die Vielfalt der deutschen Wissenschafts- und Innovationscommunity stärker ins Rampenlicht rücken“, sagt Johnson.

Damit war die Idee für eine Twitter-Kampagne geboren. Der Kommunikationsexperte machte 30 inspirierende Personen ausfindig, die für Vielfalt stehen: unter anderem People of Color, Menschen mit Migrationshintergrund oder aus der LGBTQ-Community. Eine Start-up-Gründerin zählte etwa ebenso dazu wie Politikberater oder Professorinnen. Unter dem Hashtag #InclusiveResearchGermany stellte das DWIH auf Twitter ihre Arbeit vor.

Das DWIH New York hat in seiner Kampagne #InclusiveResearchGermany die Arbeit von 30 vielfältigen deutschen Forscherinnen und Innovatoren hervorgehoben.

Resonanz der Kampagne

Das deutsch-amerikanische Publikum des DWIH New York hat die Initiative sehr positiv aufgenommen. Der Tweet, der die Kampagne einleitete, war der erfolgreichste Tweet in der Geschichte des Kanals und erhielt fast 400 Klicks, Likes und Retweets. Die Resonanz der Kampagne zeigt den Wunsch des DWIH New York-Netzwerks nach der Spiegelung von Vielfalt und nach Inhalten, die zeitgemäß, engagiert und personenorientiert sind. „Außerdem haben sich einige per E-Mail für die Initiative bedankt und uns Empfehlungen für andere Personen geschickt, die wir vorstellen könnten“, erzählt Johnson.

Die Initiative ging aber auch über die Twitter-Kampagne hinaus. Das DWIH New York stellte für seine Unterstützer, etwa deutsche Hochschulen mit einem Büro in den USA, einen digitalen Ordner zusammen. Dort sind unter anderem Informationen zu Themen wie Vielfalt und Inklusion in der Wissenschaft gesammelt. Auch Kontaktinfos zu Diversity- und Inklusions-Beraterinnen und -Beratern finden sich darin. „Wir wollen damit anderen Anregungen geben, wie sie noch intensiver an dem Thema arbeiten können“, sagt Johnson.

Das DWIH hat zudem zusammen mit der DAAD-Außenstelle New York eine Schulung zum Thema Vielfalt und Inklusion organisiert. Eine Beraterin zeigte auf, welche Bedeutung Rassismus in den USA und Deutschland hat. In kleinen Gruppen arbeiteten die Teilnehmenden dann heraus, wie sie künftig mit dem Thema Vielfalt in ihren Organisationen besser umgehen können.

Wandel für mehr Diversität

Die Schulung wie auch die Initiative insgesamt haben das DWIH New York verändert. Zukünftig will das DWIH bei der Auswahl der Referentinnen und Referenten für Veranstaltungen noch stärker auf Vielfalt achten. Und auch in der Kommunikation soll das Thema künftig eine größere Rolle spielen. Jarred Johnson betont: „Unsere Arbeit sollte darauf abzielen, einem vielfältigen Publikum die Stärken deutscher und amerikanischer Zusammenarbeit und Innovationskultur näherzubringen. Um erfolgreich zu sein, müssen wir die Vielfalt der wissenschaftlichen Gemeinschaft repräsentieren und feiern.“

Autor: Hendrik Bensch


Mit ihren eigenen Worten:

"Als Deutscher mit indischen Wurzeln habe ich einen natürlichen Bezug zum Thema Vielfalt und Inklusion. Ich habe immer wieder in unterschiedlichen Situationen, ob als Arzt, Wissenschaftler oder Gründer, erlebt, dass Fortschritt und Innovation erst durch Vielfalt und Inklusion möglich werden. Die Vielfalt an Menschen, Meinungen und Lebenswegen ist bereichernd und essenziell dafür, bestmögliche Antworten auf Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Daher unterstütze ich die wichtige Initiative #InclusiveResearchGermany."
Dr. Mridul Agrawal, Gründer von iuvando Health und Postdoctoral Fellow der Harvard Medical School
"Weil ich durch mein FrauenLoop-Programm in regelmäßigem Kontakt mit Immigrantinnen bin, dachte ich, dass es besonders wichtig ist, als Mutter, Immigrantin und erfahrene IT-Managerin sichtbar zu sein. Für Frauen, die im IT-Bereich arbeiten wollen, kann man meiner Meinung nach nie genug Vielfalt zeigen – ungeachtet des Hintergrundes, des Familienstandes oder des Alters. Alle bringen bestimmte Fähigkeiten mit und sollten sich berechtigt fühlen, einen positiven Beitrag leisten zu können."
Dr. Nakeema Stefflbauer, Gründerin der NGO FrauenLoop